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Eine Frage des Vertrauens

Den Begriff der „Vertrauensfrage“ kennen wir aus der Politik. Aber nicht nur Volksvertreter müssen sich ihr stellen, sondern auch Unternehmen – vor allem, wenn sie in Bereichen der Daseinsvorsorge Leistungen erbringen. Solche Unternehmen erfüllen öffentliche Aufgaben und sind auf die Akzeptanz und das Vertrauen der Bürger angewiesen. Das gilt auch für Veolia Wasser.

Vertrauen entsteht durch Transparenz, Kompetenz und die wahrnehmbare Übernahme von Verantwortung. Private Unternehmen im Bereich der kommunalen Daseinsvorsorge tragen eine große Verantwortung für die Kommunen und ihre Bürgerinnen und Bürger – und sie müssen jederzeit transparent machen, wie sie ihr gerecht werden. An erster Stelle stehen dabei die Antworten auf berechtigte Fragen: Was habe ich davon, dass meine Kommune mit einem Dienstleistungspartner zusammenarbeitet? Wird dadurch nicht alles teurer? Ist die Qualität gesichert? Wird ausreichend und gut investiert, aber auch effizient gearbeitet? Und das weder auf Kosten der Mitarbeiter noch der Umwelt? Solche und weitere wirtschaftlichen, sozialen und umweltbezogenen Fragen nicht nur zu berücksichtigen, sondern durch unsere Arbeit jeden Tag zu beantworten – das ist eine besondere Stärke unserer Geschäftsmodelle. Wir sind überzeugt, dass unsere Arbeit für Kommunen und Bürger einen echten, nachhaltigen Mehrwert mitbringt.

Oft in Form von erheblichen Preis- bzw. Gebührensenkungen, wie in Gera und Umgebung , in unseren Vertragsgebieten in Sachsen-Anhalt oder durch innovative Umwelttechnologien, wie die hocheffiziente Gas- und Dampfturbine in Braunschweig. Wir fördern in unseren Vertragsregionen aktiv die Lösung gesellschaftlicher Probleme, zum Beispiel über die Aktivitäten der Veolia Stiftung. Verantwortung und Weitblick zeigen wir auch im Umgang mit unseren Beschäftigten, die wir in vielen Fällen aus kommunalen Strukturen übernommen haben. In 20 Jahren Tätigkeit in Deutschland haben wir keinem Mitarbeiter betriebsbedingt gekündigt.

2010 hat uns der Volksentscheid in Berlin zur Offenlegung der Teilpriva­tisierungsverträge der Berliner Wasser­betriebe gezeigt, wie schwierig die Vertrauensfrage sein kann. Wir nehmen das ernst, denn für uns ist Vertrauen die notwendige Basis einer guten, langfristigen Zusammenarbeit. Deshalb suchen wir in Berlin und anderenorts den direkten Dialog mit den Bürgern und unseren Partnern. Um zu erklären und zu erläutern – aber auch, um zuzuhören und zu lernen, was wir besser machen können. Unser Nachhaltigkeitsbericht, der zum fünften Mal erscheint, bietet dafür guten Gesprächsstoff. Er macht transparent, wie wir unseren hohen Anspruch an uns selbst in Sachen nachhaltiger Entwicklung erfüllen.

Michael Cunnac
Vorsitzender der
Geschäftsführung

Nachhaltigkeit ist unser Maßstab

Veolia Wasser möchte einen Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung leisten. Deshalb greift unser Unternehmensleitbild die Dimensionen nachhaltiger Entwicklung auf und spiegelt sie in den Unternehmen sleitlinien wider. Dieses Leitbild ist im Integrierten Managementsystem (IMS) der Veolia Wasser-Gruppe verankert. Das zertifizierte IMS umfasst alle Leistungsbereiche und Standorte der Unternehmensgruppe und gewährleistet, dass nachhaltiges Handeln im unternehmerischen Alltag mit Zielen untersetzt, umgesetzt und weiterentwickelt wird. Damit verbunden ist die permanente Überprüfung der Unternehmensprozesse im Hinblick auf die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien. Seit 2006 übernimmt die Beauftragte für gesellschaftliche Verantwortung, unterstützt durch eine interne Arbeitsgruppe, die Koordination des Themas in der Unternehmensgruppe. Sie berichtet direkt dem Vorsitzenden der Geschäftsführung.

Berichtsrahmen

Veolia Wasser berichtet seit 2006 jährlich über die Wahrnehmung seiner gesellschaftlichen Verantwortung. Der Nachhaltigkeitsbericht von Veolia Wasser umfasst die gesamte Unternehmensgruppe einschließlich ihrer Beteiligungen an operativ tätigen Unternehmen in Deutschland. Aufgrund der Minderheitsbeteiligung werden die Berliner Wasserbetriebe nur teilweise in die Berichterstattung einbezogen. Die Richtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) sind eine der Grundlagen für die Definition des Berichtsumfangs.

Mitgliedschaften

Veolia Wasser ist Mitbegründer des von UPJ e. V. initiierten und koordinierten Unternehmensnetzwerks „Unternehmen: Aktiv im Gemeinwesen“ sowie Mitglied im Netzwerk für bürgerschaftliches Engagement „Aktiv in Berlin“. Durch die aktive Mitwirkung in diesen Netzwerken unterstützt Veolia Wasser die Qualifizierung und Verbreitung des gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen.

Redaktionelle Anmerkung

Die Berichterstattung erfolgt auf Basis unternehmensinterner Quellen. Nach unserem Kenntnisstand entsprechen die enthaltenen Informationen, Zahlen und Daten der Wahrheit. Eine Haftung für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten wird jedoch nicht übernommen. Wenn bei bestimmten Begriffen, die sich auf Personengruppen beziehen, nur die männliche Form gewählt wurde, so ist dies nicht geschlechtsspezifisch gemeint, sondern wurde ausschließlich aus Gründen der besseren Lesbarkeit vorgenommen.

+- 2010

Senkung der Trinkwasserverluste in der Wärmelieferung um 9 % und der Netzverluste der Wärmelieferung um 3 %
Ziel, die Netzverluste mindestens auf dem Stand von 2008 zu bewahren, übererfüllt
Senkung des spezifischen Stromverbauchs in der Trinkwasserproduktion um 2 % und in der Trinkwasserverteilung um 6 %
Beitrag zur Erfüllung des Ziels, den spezifischen Energieverbrauch beim Betrieb eigener Anlagen zu senken
Senkung des spezifischen Stromverbrauchs in der Abwasserreinigung um 11 % und in der Abwassersammlung um 12 %
Beitrag zur Erfüllung des Ziels, den spezifischen Stromverbrauch beim Betrieb eigener Anlagen zu senken
Erhöhung des Anteils von effizienter Kraft-Wärme-Kopplung an der Stromerzeugung aus Eigenanlagen um 8 %
Beitrag zur Erreichung des Ziels, den spezifischen CO2-Ausstoß zu senken
Gesamte Veolia Wasser-Gruppe erneut nach DIN EN ISO 9001, 14001 und OHSAS 18001 zertifiziert
Ziel der Fortführung der einheitlichen Zertifizierung des Integrierten Managementsystems erfüllt
Ausbildungsquote 7,3 %
Ziel von 8 % nicht erreicht
Arbeitsunfälle um 12 % gestiegen
Ziel von null Arbeitsunfällen nicht erreicht
Anteil von Beschäftigten mit Zielvereinbarung um 36 % auf 85,5 % gestiegen Ziel von 100 % noch nicht erreicht

Markt

Marktsituation

Wir sind ein Energie- und Umweltdienstleister, der mit Städten und Gemeinden sowie deren Zweckverbänden und Stadtwerken partnerschaftlich zusammenarbeitet. Überall dort, wo Veolia Wasser tätig wird, bringen wir unsere Kompetenz und unser Know-how ein. Dabei zielen wir stets auf beiderseitige Vorteile und behalten die Bedürfnisse unserer Partner im Auge. Was in einer Kommune passiert, welche Situation herrscht und welche Lösungen die besten sind – das zu verstehen, erfordert eine lokale Struktur und Ansprechpartner vor Ort. Wir verstehen uns als lokaler Netzbetreiber und Dienstleister, der die regionalen und kommunalen Besonderheiten wertschätzt und die Bedürfnisse der Bevölkerung sowie der Gewerbetreibenden im Fokus behält. Veolia Wasser ist ein Dienstleister auf Augenhöhe. Das Interesse der Kommunen an einer Zusammenarbeit mit Veolia Wasser wächst. Das zeigt eine steigende Nachfrage in allen Geschäftsbereichen. Vor allem bei der Neugründung von Stadtwerken wird auf unsere Kompetenz gesetzt. Immer mehr Kommunen wollen eine an ihren Bedürfnissen ausgerichtete Energieversorgung für ihre Bürger und Gewerbetreibenden. Sie wenden sich daher bewusst von den vier großen Regionalversorgern ab und gründen eigene Stadtwerke. Dabei vertrauen sie auf die Erfahrungen und nachhaltigen Konzepte von Veolia Wasser.

Das stärkste Argument für eine Zusammenarbeit mit Veolia Wasser bleibt der wirtschaftliche, soziale und umweltbezogene Mehrwert für die Kommunen. Dieser wird gewährleistet durch eine kontinuierliche Optimierung von Betriebsprozessen, die Ausnutzung von Synergien und langfristige Investitionsstrategien. Auf dieser Grundlage können unsere kommunalen Partner Infrastrukturen zukunftsorientiert betreiben, ihre Haushalte stabil planen, Beschäftigung sichern, den Umweltschutz voranbringen und gemeinnützige Initiativen fördern. Veolia Wasser möchte mit seinen Dienstleistungen einen konkreten Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Kommunen leisten.

Kundenorientierung

Unsere Kunden vertrauen bei wichtigen Leistungen der Daseinsvorsorge auf uns. Dabei sind die größten Erwartungen erstklassige Qualität und hohe Versorgungssicherheit. Das belegen auch die regelmäßigen Kundenbefragungen. Diesem Anspruch gerecht zu werden, ist Kern unseres operativen Geschäfts. Seit 2010 werden für Schadenshäufigkeit und Ausfallraten als wesentliche Indikatoren einheitliche Kennzahlen erhoben. Wir wollen den Umweltschutz weiter vorantreiben und gestalten entsprechend unsere Produkte und Dienstleistungen. Wir setzen auf zukunftsorientierte Angebote. Deshalb brachten die Unternehmen der Veolia Wasser-Gruppe 2010 neue Produkte für Energie aus regenerativen Quellen auf den Markt, bauten die Energieberatung aus und führten papierlose Kommunikation ein. Kundennähe ist ein weiteres Qualitätskriterium für unsere Arbeit. Gut zugängliche Kundenbüros mit nutzerfreundlichen Öffnungszeiten zeugen ebenso davon wie die Kundenmaga­zine unserer einzelnen Gesellschaften.

Einkauf

Unternehmen können mit der Auswahl von Lieferanten und Subunternehmern nach wirtschaftlichen, sozialen und umweltrelevanten Aspekten ihre Tätigkeit nachhaltig gestalten. Veolia Wasser nimmt diese Verantwortung ernst und entwickelte in den vergangenen Jahren ein computergestütztes Bewertungssystem, das bei der Auswahl von Produkten und Lieferanten Nachhaltigkeitskriterien systematisch einbezieht. Um die Lieferanten stärker für das Thema zu gewinnen, führte die Abteilung Einkauf 2009 erstmals Nachhaltigkeitsaudits bei wichtigen Partnern durch. 2010 wurde das Auditschema erweitert, neu strukturiert und um ein Zertifikat ergänzt

Markt Tabelle 1
Markt Tabelle 2
1 050 697
Kunden Trinkwasser (ohne Berliner Wasserbetriebe)
73 021
Kunden Gas
999 566
Kunden Abwasser (ohne Berliner Wasserbetriebe)
213 911
Kunden Abwasser Strom

Auf gute Zusammenarbeit im
Mansfelder Land | Leuchtturm

Das Abwasser umweltgerecht entsorgen, die Kanalisation instand halten und ausbauen, die Kläranlage betreiben – die Aufgaben des Abwasserzweckverbands (AZV) „Eisleben-Süßer See“ sind vielfältig. Er ist im Mansfelder Land im südlichen Sachsen-Anhalt im kommunalen Auftrag für die Abwasserentsorgung von insgesamt rund 50.000 Einwohnern der Lutherstadt Eisleben, der umliegenden Gemeinden sowie mehrerer Industriebetriebe zuständig. Zum 1. April 2010 hat die MIDEWA dort nach einer europaweiten Ausschreibung die technische Betriebsführung übernommen. Verbandsgeschäftsführer Andreas Gimpel über die neue Partnerschaft:

Wie ist die Zusammenarbeit mit der MIDEWA angelaufen?

Gimpel: Zu Beginn der Partnerschaft wurden elf Mitarbeiter von der MIDEWA-Niederlassung Mansfelder Land – Querfurter Platte übernommen, es gab neue Abläufe durch veränderte Strukturen, die sich erst einspielen mussten. Die MIDEWA hat den operativen Betrieb jedoch von Anfang an professionell erledigt. Die Ausschreibung hat uns sehr günstige Preise gebracht. Allerdings haben nun beide Seiten wenig Spielraum für Extras.

Könnten Sie das näher erläutern?

Gimpel: Wir sind mit unserem Partner technisch breit aufgestellt. Andererseits haben wir für Sonderaufgaben nicht ständig jemanden verfügbar. In der Anfangsphase der Betriebsführung ist es daher wichtig, den Betriebsalltag gemeinsam so zu gestalten, dass Synergien optimal genutzt werden können. Nach der Warmlaufphase 2010 sehe ich uns heute auf einem guten Weg.

Welche positiven Effekte ergeben sich aus der Partnerschaft?

Gimpel: Zunächst empfinde ich es als sehr positiv, dass die MIDEWA vor Ort in Eisleben präsent ist und wir schnell und verbindlich Entscheidungen treffen können. Mit der Vergabe der technischen Betriebsführung wollen wir Prozesse wirtschaftlicher gestalten und letztlich die Gebühren stabil halten. Ein weiterer Mehrwert ergibt sich aus dem breiten technischen Know-how des Unternehmens und der Gruppe.

Wie nutzen Sie das Know-how in der Praxis?

Gimpel: Derzeit bauen wir unsere Kläranlage in Rollsdorf aus und möchten mit der Testphase der Schlammfaulung beginnen. Dabei können wir die Erfahrungen der Veolia Wasser-Gruppe gut gebrauchen. Ein weiterer Punkt ist die vollbiologische dezentrale Abwasserentsorgung: Die Überwachungsaufgabe ist an die Verbände zurückgegeben worden. Die MIDEWA hat mit Kleinkläranlagen Erfahrung und kann uns auch hierbei gut unterstützen.

Was steht als Nächstes an?

Neben den Arbeiten an der Kläranlage Rollsdorf werden wir in den nächsten Jahren die Kanalisation in einigen Ortsnetzen komplettieren. Ein weiteres großes Thema ist der Umgang mit Mischwasserkanälen: Es sind intelligente Lösungen für häufigere Starkregenfälle gefordert, um die Kläranlage nicht zu überlasten. Ansonsten soll in der Region ein Gewerbegebiet ertüchtigt werden und eine Backwarenfabrik erweitert werden – wir hoffen also, dem demographischen Wandel entgegentreten zu können.

„Süßer See“ nahe Lutherstadt Eisleben.
Er ist der Namensgeber für den Abwasserzweckverband „Eisleben-Süßer See“ im Süden von Sachsen-Anhalt.

1996 Gründung der MIDEWA

1999 Die Veolia Wasser-Tochter OEWA steigt bei der MIDEWA mit 25,1 Prozent als Partner ein.

2003 MIDEWA und OEWA gründen die Ostthüringer Wasser und Abwasser GmbH als Partner des Zweckverbands Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal (ZVME), zudem Beginn der technischen Betriebsführung für die Köthener Badewelt.

2004 MIDEWA übernimmt gemeinsam mit den Stadtwerken Halle die Fernwasser Sachsen-Anhalt GmbH (FSA), außerdem gewinnt sie die Ausschreibungen der Abwasserentsorgung für den AZV Westliche Mulde sowie den AZV Elbaue/Heiderand.

2007 Bäderaktivitäten sowie Dienstleistungen jeglicher Art für Kommunen, Industrie und Gewerbe werden in der MIDEWA-Tochter Infra Service Sachsen-Anhalt GmbH gebündelt. Sie erhält den Zuschlag für den Betrieb der Schwimmhalle Gräfenhainichen für 10 Jahre.

2008 Auch die Köthener Badewelt vertraut bei der Betriebsführung für 10 Jahre auf die MIDEWA.

2009 Start der Betriebsführung des Freibades Zahna

2010 Die MIDEWA ist mit 49 Prozent an der W-EG beteiligt, die Gräfenhainichen mit Wärme, Gas und Energie versorgt, außerdem übernimmt sie mit der Abwasserentsorgung für den AZV Eisleben-Süßer See und den AZV Hettstett/Mansfeld-Schlenze zwei neue Aufgaben. Am Industriestandort Leuna wird die MIDEWA mit der Grundwassersanierung beauftragt.

Die Niederlassung Mansfelder Land – Querfurter Platte betreut eines von vier Versorgungsgebieten der MIDEWA Wasserversorgungsgesellschaft in Mitteldeutschland mbH. Auf einer Fläche von über 900 km2 versorgt sie von Eisleben aus rund 80.000 Menschen mit Trinkwasser. Die MIDEWA erhielt 2010 nicht nur für den AZV Eisleben – Süßer See, sondern auch für den AZV Hettstedt/Mansfeld-Schlenze den Auftrag zur technischen Betriebsführung der Abwasseranlagen. Das Abwasser wird in insgesamt zehn Kläranlagen mit einer Ausbaugröße für rund 120.000 Einwohner entsorgt.

Andreas Gimpel,
AZV Eisleben – Süßer See

Gera spart Energie bei Wasser und Licht | Leuchtturm

Begeisterung schwingt mit, wenn Christophe Sardet, Leiter Technische Dienste bei Veolia Wasser, vom Klärwerk Gera spricht: „Hier zeigen wir den Weg der Zukunft auf: Weniger Energie verbrauchen, mehr davon selbst erzeugen – und das aus Abfall, der in der direkten Umgebung anfällt.“ Seit 2010 arbeitet das Klärwerk energieautark und produziert den benötigten Strom und die Wärme selbst – ab 2011 kann es sogar überschüssigen Strom ins Netz einspeisen.

Schon seit Langem wurde aus dem Methan, das Bakterien im Faulturm produzieren, durch Verbrennung Wärme und Strom gewonnen. Aber als Sardet 2004 eine große Kläranlage von Veolia Water in Budapest besuchte, hat es bei ihm „gefunkt“. Dort war es den Kollegen gelungen, die Klärgasmenge durch die Zugabe von sogenannten Co-Fermenten wie Fetten, überlagerten Lebensmitteln oder Grasschnitt entscheidend zu erhöhen. In Deutschland umgesetzt wurde die Co-Vergärung zunächst in der Kläranlage der Stadtwerke Görlitz, in Gera wurde sie perfektioniert. Der Zweckverband Wasser/Abwasser Mittleres Elstertal (ZVME), dem das Klärwerk gehört, das von der OTWA Ostthüringer Wasser und Abwasser GmbH betrieben wird, ersetzte seine verschlissenen BHKWs durch zwei neue, leistungsfähigere. Speisefette und -öle, überschüssiges Flüssiges wie Limonaden und Saftschorlen kommen per LKW auf dem Klärwerksgelände an – bis zu 70 Tonnen am Tag. Die flüssigen Abfälle werden zunächst in einem Tank zwischengespeichert, dann gleichmäßig dem Faulprozess zugeführt. „Seit der Zugabe der Co-Substrate stieg unsere Ausbeute an Biogas deutlich an, seit Januar 2011 erzeugen wir sogar mehr Energie, als das Werk verbraucht,“ erläutert Gerald Fiß, Geschäftsführer der OTWA.

Effizienz war auch das Ziel der Stadt Gera, als sie 2010 nach einer europaweiten Ausschreibung den Betrieb der Straßenbeleuchtung an die OTWA vergab. Gemeinsam mit der Geraer Umweltdienste GmbH (GUD) – einer Tochter von Veolia Umweltservice und den Stadtwerken Gera – betreut sie für 15 Jahre den Betrieb und die Instandhaltung der öffentlichen Beleuchtung der Stadt. Schrittweise sollen alte Leuchten durch energiesparende Technik ersetzt und ein modernes Betriebs- und Anlagenmanagementsystem aufgebaut werden. Der professionelle und umweltfreundliche Betrieb durch die OTWA spart der Kommune jährlich etwa 400.000 Euro ein. „Wir können dabei auf das Know-how unseres Energiespezialisten BS|ENERGY und auf die internationalen Erfahrungen des Veolia-Unternehmens Citelum zurückgreifen“, sagt Fiß.

Spezialisten kamen aus Hongkong, Peking und Pittsburgh, um sich vor Ort über die Co-Vergärung zu informieren. Christophe Sardet war in seinem Element und führte die Fachkollegen durch die Anlage. Sein Fazit: „Die Möglichkeiten der Co-Vergärung sind noch längst nicht ausgeschöpft. Außerdem liegt noch ein hohes Potenzial in vielen Prozessen innerhalb einer Kläranlage.“ Und man könnte auf dem Klärwerksgelände neue Energiequellen erschließen, wie etwa Geothermie, Solar- und Windkraft. Der Ingenieur Sardet kommt wieder ins Schwärmen. „Aus einer Kläranlage kann man ein kleines Kraftwerk machen, ein perfektes Modell für die Stadt der Zukunft.“

Jährliche Stromproduktion des Klärwerks Gera durch CO-Vergärung

  • 2006
  • 2007
  • 2008
  • 2009
  • 2010
  • 2011

Umwelt

Schwerpunkte

Die Dienstleistungen, die wir in den Bereichen Trink- und Abwasser sowie Stadtwerke und Energie erbringen, wirken sich auf die Umwelt aus. Das zertifizierte Integrierte Managementsystem der Veolia Wasser-Gruppe gewährleistet, dass bei allen Tätigkeiten die Auswirkungen auf die Umwelt erfasst, gesteuert und durch einen unabhängigen Gutachter regelmäßig überprüft werden. Identifizierten Risiken wirken wir gezielt entgegen. Auf die folgenden umweltrelevanten Aspekte legen wir einen besonderen Wert:

  • Rohstoff- und Energieeinsatz
  • Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen
  • Abwassereinleitungen in Kanalisation und Gewässer
  • Erzeugung von Abfällen
  • Umgang mit gefährlichen Stoffen
  • Auswirkungen von Lieferanten und Dienstleistern
Tabelle Umwelt 1

Verwaltung

Nicht nur im operativen Geschäft, sondern auch in den Verwaltungsstand­orten von Veolia Wasser gab es 2010 eine Reihe neuer oder weitergeführter Initiativen, um Ressourcen zu sparen. So wurden beispielsweise das digitale Dokumenten-Management-System (DMS) f für das Rechnungswesen in allen Gesellschaften eingeführt und die Möglichkeiten digitaler Kommunikation verbessert, um Dienstreisen zu vermeiden.

Tabelle Umwelt 2

Bereich Trink- und Abwasser

Unsere Mitarbeiter gewinnen Tag für Tag in umweltschonender Weise die wertvolle Ressource Wasser, stellen sie als sicheres und gesundes Lebensmittel bereit, reinigen sie nach dem menschlichen Gebrauch und führen sie in den natürlichen Wasserkreislauf zurück. Veolia Wasser betrachtet den Verbrauch an Energie und den damit verbundenen Ausstoß von CO2 als wichtigste negative Umweltauswirkung der Unternehmenstätigkeit im Bereich Trink- und Abwasser. Vor diesem Hintergrund gilt in der Unternehmensgruppe seit mehreren Jahren das Prinzip: Weniger Energie verbrauchen und mehr erneuerbare Energie produzieren. Viele einzelne Verbesserungen in den 47 Wasserwerken und 104 Klärwerken, die von den Unternehmen der Gruppe betrieben werden, erfüllen dieses Prinzip mit Leben.

So wurde 2010 in den Wasserwerken die kontinuierliche Pumpenoptimierung fortgesetzt. Zum einen werden dabei ältere Pumpen im Zuge der planmäßigen Erneuerungszyklen durch effizientere Technik ersetzt. Zusätzlich bestimmen die Mitarbeiter der technischen Abteilung mit Hilfe einer eigens entwickelten Berechnungsmethode, ob der Austausch von älteren Geräten wirtschaftlich ist. Durch Optimierungen sank der spezifische Stromverbrauch Trinkwasserversorgung 2010 um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2010 wurde die Eigenproduktion von Strom insbesondere in den Blockheizkraftwerken der Kläranlagen Gera, Steinhof (Braunschweig), Schönebeck und Görlitz erhöht. Diese Bemühungen führten zu einem deutlichen Rückgang des spezifischen Stromverbrauchs für den Bereich Abwasser.

Angesichts des relativen Wasserreichtums und tendenziell sinkender Wassergebrauchsmengen in den Vertragsregionen kommt der Verringerung der Wasserentnahme keine zentrale Bedeutung beim Umweltschutz zu. Im Gegenteil: In einigen Vertragsregionen ließen die geringere Wasserförderung aufgrund der Abwanderung von Gewerbe und der Nutzung moderner Haustechnik, aber auch ergiebige Niederschläge die Grundwasserstände teilweise auf das Niveau vor Beginn der Industrialisierung vor rund 150 Jahren ansteigen. Das stellte die Unternehmen vor eine besondere Herausforderung.

Starke Regenfälle und hohe Grundwasserstände sind an fast allen Standorten von Veolia Wasser zu verzeichnen und zeigen weitere Auswirkungen: Die Menge des behandelten Wassers steigt erheblich an – im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um fast 23 Prozent – selbst wenn die Zahl der Einwohner, deren Abwasser entsorgt wird, und die Menge des ausgeteilten Trinkwassers stabil bleiben. Dies führte 2010 zu einem erhöhten Strombedarf für den Pumpen- und Kläranlagenbetrieb, aufgrund gezielter Optimierungen aber nicht proportional im gleichen Ausmaß. Einige Kläranlagen erreichen durch den erhöhten Abwasseranfall ihre hydraulische Belastungsgrenze, wodurch sich teilweise die Reinigungsleistung verschlechtert. Die Suche nach technisch wirksamen, umweltfreundlichen und gesellschaftlich akzeptierten Lösungen beim Umgang mit Starkregen und steigenden Grundwasserpegeln wird in den kommenden Jahren eine kontinuierliche Herausforderung für die Unternehmen darstellen.

Bereich Stadtwerke und Energie

Die umweltfreundliche Ausgestaltung der Infrastruktur ist im Bereich Stadtwerke und Energie der entscheidende Hebel dafür, die Auswirkungen der Tätigkeit von Veolia Wasser auf die Umwelt zu verringern. Im Mittelpunkt stehen Energieeffizienz, Ressourcenschutz und der Einsatz erneuerbarer Energien bei der Strom- und Wärmeerzeugung.

Weil der Nutzungsgrad der eingesetzten Energieträger bei Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) mit 80-90 Prozent weit über dem konventioneller Anlagen liegt, setzen die Unternehmen der Veolia Wasser-Gruppe bei der Optimierung ihrer Anlagen seit Jahren auf diese effiziente Technologie.

Neben der Verbesserung ihrer eigenen Anlagen und Prozesse fördern die Unternehmen der Veolia Wasser-Gruppe mit umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungsangeboten die klimaschonende Energieversorgung ihrer Kunden in Unter-nehmen und Haushalten.

11 %

Senkung des spezifischen Stromverbrauchs in der Abwasserentsorgung

Forschung für die Umwelt

Zu den Stärken der Veolia Wasser-Gruppe zählt dank der Einbindung in das Forschungsnetzwerk der Unternehmensgruppe Veolia Environnement ein Wissensvorsprung in verschiedenen Bereichen des operativen Geschäfts, der den Kunden unmittelbar zugute kommt. Das Kompetenzzentrum Wasser Berlin (KWB) als Teil dieses Netzwerks erwies sich 2010 erneut als Dreh- und Angelpunkt der Forschungsinitiativen der Gruppe in Deutschland. Hervorzuheben sind die Forschungsprojekte OXERAM-2 und PREPARED, die 2010 starteten und an denen das KWB wesentlich beteiligt ist. Darüber hinaus beteiligen sich einzelne Gesellschaften der Gruppe an weiteren Forschungsprojekten.

Tabelle Umwelt

Umweltschutz mit Partnern

Zusätzlich zur umweltfreundlichen Gestaltung von Prozessen im Unternehmen selbst setzte sich Veolia Wasser 2010 mit verschiedenen Partnern für den Umweltschutz ein. So unterstrichen wir gegenüber Beschäftigten und externen Partnern unser Anliegen, einen wirksamen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Im UN-Jahr der biologischen Vielfalt lag ein besonderer Fokus auf diesem Thema.

Tabelle UmweltTabelle Umwelt
Tabelle Umwelt

Thale: Grosse Aufgaben für ein kleines Unternehmen | Leuchtturm

Thale, ein kleines Städtchen am Rand des Harzes: Von hier führen Wanderwege ins felsige Bodetal, das an den „Grand Canyon“ im Miniaturformat erinnert. Einmal im Jahr stürzen sich Waghalsige auf Mountainbikes die „Rosstrappe“ hinunter, andere feiern wilde Walpurgisnächte auf dem „Hexentanzplatz“ am Ortsrand. Ganz bodenständig hingegen kümmern sich die Stadtwerke Thale um die Wärme- und Energieversorgung der 13.000 Einwohner. 2007 von BS|ENERGY übernommen, entwickelte sich das Unternehmen vom reinen Wärmelieferanten zum Rundumversorger für Energie: Strom, Gas, Naturstrom und seit Neuestem auch Klimagas mit einer neutralen CO2-Bilanz sind im Angebot. In den vergangenen Jahren brachten die Stadtwerke Thale dafür die Wärmeversorgung technisch auf den neuesten Stand und setzten verstärkt auf Energie aus effizienten und ressourcenschonenden Quellen. Zuletzt gingen im Frühjahr 2011 zwei moderne Blockheizkraftwerke in Betrieb.

„Vor allem punkten wir durch unsere Verbundenheit mit der Region“, sagt Hagen Linne, Geschäftsführer der Stadtwerke Thale. Neben dem Engage­ment für das Hüttenmuseum und diverse Sportveranstaltungen, die Besucher in den Ort bringen, schätzen die Thalenser vor allem die persönliche Beratung im Kundenzentrum. Zukünftig stehen weitere große Aufgaben bevor, an denen das kleine Unternehmen wachsen wird: Kürzlich gewannen die Stadtwerke Thale die Konzession für die Gasnetze, die sie zum Januar 2012 übernehmen wollen. Auch Verhandlungen zur Übernahme der Konzession für das Stromnetz stehen derzeit an. „Wir sind stolz darauf, wie sich das Unternehmen weiter entwickelt!“, so Linne.

1994 Stadtwerke Thale übernehmen Fernwärmeversorgung von der Wohnungsgesellschaft

2007 Mit dem Einstieg von BS|ENERGY entwickeln sich die Stadtwerke Thale zum Rundumversorger für Energie

2008-2010 Infrastruktur auf den neuesten Stand gebracht:

2008-2009 Neue Regelungen für die Heizwerke installiert

2009 Umstellung der Heizwerke von Heizöl auf effizientere und klimaschonendere Gasversorgung

2010 Neubau von 14 Kundenstationen

2011 Zwei Blockheizkraftwerke gehen ans Netz

Ausblick 2012 Stadtwerke Thale betreiben das Gasnetz

E-Mobilität: Mit Strom über die Strassen | Leuchtturm

Wer E-Mobilität für eine Erfindung des 21. Jahrhunderts hält, irrt. Das erste Elektroauto Braunschweigs etwa fuhr 25 Stundenkilometer schnell, hatte eine Reichweite von 70 Kilometern – und wurde 1924 gebaut! Richtig ist jedoch, dass die Elektromobilität im Jahr 2010 in Braunschweig entscheidend vorankam, denn die erste Ladestation für moderne emissionsfreie Elektrofahrzeuge ging im Februar auf dem Gelände von BS|ENERGY ans Netz. Schon im Mai folgte auf den Prototyp die erste öffentliche Elektro-Tankstelle, beide betrieben mit 100 Prozent Naturstrom.

„Elektromobilität stellt auch die Energieversorger vor völlig neue Herausforderungen – wir wollen dafür gerüstet sein“, so BS|ENERGY-Vorstand Paul Anfang zu Beginn des Projekts. Mit dem Einsatz von drei E-Rollern und zwei E-Autos sowie dem Aufbau von Ladestationen will das Unternehmen der Veolia Wasser-Gruppe beim Klimaschutz Flagge zeigen. Dazu holte sich BS|ENERGY Partner ins Boot: Je ein Elektroroller wurde an die Stadt Braunschweig und an die Technische Universität Braunschweig übergeben, um im Praxistest zu ermitteln, wie sich etwa Ladezeiten und Reichweite verhalten. Die Ladestation war ein Gemeinschaftsprojekt von BS|ENERGY mit dem Verkehrsdienstleister Bellis und Siemens. „Unsere Partnerschaft mit anderen Unternehmen ist auch sehr hilfreich, um herausfinden, wie man am besten den Zugang zu den Stationen und Ladezeiten regelt oder die Abrechnung organisiert, wenn einmal viele Elektrofahrzeuge in Braunschweig unterwegs sind“, erklärt Uwe Karges, Koordinator Energieberatung bei BS|ENERGY.

Derzeit sind E-Fahrzeuge zwar noch teuer und ihre Reichweite entspricht noch nicht der von herkömmlichen Verbrennungsmotoren, doch die private Nachfrage wird mit der Weiterentwicklung der Autos steigen, glaubt Karges. Um zunächst ein attraktives Angebot aufzubauen, betreibt BS|ENERGY zusammen mit dem Unternehmen Drive-Carsharing zwei weitere Elektroautos, die an der zentralen öffentlichen Ladestation geladen werden. Der aufgedruckte Slogan „Da steckt Watt drin“ ist wörtlich zu nehmen. Dazu Vorstand Paul Anfang: „Wir als Braunschweiger Energieversorger werden unsere Kunden auf dem Weg zur Mobilität des 21. Jahrhunderts begleiten; nun ist es an ihnen, diesen Weg zu gehen.“

Noch viel zu tun!

In Asien sind bereits Millionen von Elektrorollern unterwegs, auch hierzulande zeigt sich vor allem im urbanen Bereich der Trend zu Mobilität mit Elektro-, Gas- oder Hybridantrieben. Mehr und mehr Hersteller nehmen E-Fahrzeuge in Serie, doch im Moment fehlt es noch an einem flächendeckenden E-Tankstellennetz. Dafür ist nun in Braunschweig der Anfang gemacht. Die Stadtwerke Springe beteiligen sich seit März 2011 auch an „Ladenetz“, einer Kooperation von Stadtwerken zur Förderung von E-Mobilität, die in mehreren Städten E-Tankstellen anbieten – bisher kostenlos.

Aus Abwasser Energie gewinnen | Leuchtturm

Bei MD Papier, einem Hersteller von Zei­tungspapier in Plattling, betreibt die Veolia Wasser-Tochter OEWA die viertgrößte Kläranlage Bayerns. So viel Abwasser wie bei einer Stadt mit 500.000 Einwohnern fällt dort jährlich bei der Produktion von rund 800.000 Tonnen hochwertigem Zeitungspapier an. MD Papier hat sich bereits 2004 entschieden, die Wasserspezialisten der OEWA einzuschalten, um die Kosten unter Kontrolle zu halten und die Abwasserbehandlung zu optimieren. Die OEWA übernahm die Betriebsführung und erweiterte die Anlage zunächst um eine zweite Reinigungsstufe und eine Kühlung. Mit dem Neubau einer weiteren Produktionsstraße wurden 2007 Nägel mit Köpfen gemacht: Innerhalb kürzester Zeit errichteten die Anlagenbauer von Veolia Water Solutions & Technologies eine Frischwasseran­lage, die rund 25.000 m3 pro Tag aus der nahe gelegenen Isar für die Papierherstellung aufbereitet: Eine moderne dreistufige Aufbereitungsanlage sorgt dafür, dass das Wasser sauber zurückfließt. Seit 2010 betreut die OEWA auch die Reinigung des Kesselspeisewassers für das Gas- und Dampfkraftwerk auf dem Firmengelände. Vorklärbecken, Kühlung, biologische Belebung, Flotation, Pumpanlagen und Schlammpressen – all dies überwachen die OEWA-Mitarbeiter von ihrer Leitstelle aus und reagieren bei Problemen umgehend, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.

Auch die Firma Schoellershammer kann sich Ausfälle nicht leisten. Das Dürener Traditionsunternehmen stellt feine Künstlerpapiere sowie Wellpappenrohpapiere her. Als Rohstoff dient unter anderem Altpapier, was das Abwasser besonders stark belastet. Daher setzt die OEWA als Betriebsführer seit 2009 auf ein dreistufiges Konzept mit anaerober Behandlung, Belebung und Nachklärung. In der anaeroben Stufe produzieren Bakterien unter Luftabschluss aus dem organischen Material Methan, das im angegliederten Blockheizkraftwerk wiederum in Strom und Wärme umgewandelt wird. Spezielle Verfahren wie die Injektorbelüftung im Belebungsbecken reduzieren den Einsatz von Chemikalien. „Wir gestalten die Abwasserbehandlung so umweltfreundlich wie möglich. Ökologie und Ökonomie gehen dabei Hand in Hand“, erläutert Stefan Stein, Leiter Industrielle Entwicklung bei Veolia Wasser. Der sogenannte CO2-Fußabdruck belegt dies eindrucksvoll: Die Abwasserbehandlung bei Schoellershammer bewirkt sogar, dass mehr regenerative Energie im BHKW produziert und damit CO2 vermieden wird, als der Bau der Abwasseranlagen und ihr Betrieb in den nächsten 20 Jahren verursachen werden.

Aus Abwasser Energie gewinnen – das machen auch die Naabtaler Milchwerke, deren Anlagen die OEWA optimiert hat. Organische Stoffe im Abwasser mästen die Bakterien im Faulturm. Das gewonnene Methan wird in einem Kraftwerk in Wärme umgewandelt, die wiederum in der Produktion eingesetzt wird. 2010 war ein Jahr der Herausforderung für die OEWA, denn die Naabtaler Milchwerke nahmen eine neue Käserei in Betrieb. „Die Abwassermengen haben zunächst stark geschwankt. Doch wir konnten die Prozesse stabilisieren und Ausfälle vermeiden“, erzählt Projektleiter Peter Zelinger.

Ob Papier und Zellstoff, Lebensmittel, Photovoltaik oder Automobilzulieferer – Veolia Wasser verfügt heute über umfangreiche Praxiserfahrungen bei der wirtschaftlichen und ökologischen Optimierung von Wasseranlagen für die Industrie. „Gerne würden wir unser Know-how nun auch anderen Bereichen zur Verfügung stellen“, sagt Stefan Stein. Vorstellen kann er sich dies auch in Zusammenarbeit mit den Schwesterunternehmen Veolia Umweltservice und Dalkia, wie etwa beim Autozulieferer Neapco in Düren, wo Veolia neben Wasser- auch Energiedienstleistungen und Müllentsorgung aus einer Hand anbietet. „Wir haben im Industriebereich gute Referenzen und großes Vertrauen bei den Kunden aufgebaut“, ist Stein überzeugt.

59800t theoretischer CO2- Fußabdruck bei Schoellershammer Düren 2010-2030 — ohne Energieproduktion aus Abwasser

-31240t eingesparte CO2- Äquivalente durch die Erzeugung regenerativer Energie aus Abwasser im Blockheizkraftwerk 2010-2030

28560t verbleibender CO2-Fußabdruck für Bau und Betrieb der Papierfabrik 2010-2030

Ziel der Bundesregierung ist, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu verringern sowie den Anteil erneuerbarer Energien auf 30 Prozent zu erhöhen. Indus­triebetriebe kommen so mit ihren BHKWs durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Gesetz zur Kraft-Wärme-Kopplung in den Genuss einer Förderung. Die Veolia Wasser-Gruppe unterstützt sie mit maßgeschnei­derten Lösungen und trägt dazu bei, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen.

Beschäftigte

Struktur

Die Unternehmen der Veolia Wasser-Gruppe arbeiten in einem zentralen Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge in engem Kontakt mit ihren Partnern in den Kommunen und der Industrie sowie den Bürgerinnen und Bürgern. Für diese verantwortungsvolle Aufgabe sind wir auf qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Sie sind maßgeblich an unserem Erfolg beteiligt. Die Veolia Wasser-Gruppe (ohne BWB) beschäftigte per 31.12.2010 2.794 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Zahl der Einstellungen lag im Jahr 2010 mit 269 erheblich höher als im Vorjahr (218).Die Zahl der Austritte reduzierte sich von 191 auf 179 um sechs Prozent. Es gab keine betriebsbedingten Kündigungen.

Bei einem Frauenanteil an der Gesamt­belegschaft von 30 Prozent steigerte sich der Anteil der weiblichen Füh­rungs­kräfte gegenüber 2009 um einen Prozentpunkt auf 24,3 Prozent. Der Altersdurchschnitt unserer Beschäftigten lag mit 42,5 Jahren nur unwesentlich höher als im Vorjahr (42,4).

Nachwuchs

Die Berufsausbildung war für Veolia Wasser 2010 ein wichtiger Schwerpunkt. Im Jahr 2010 gehörten 203 Auszubildende und Berufsakademie-Studierende zur Belegschaft. Die Ausbildungsquote blieb mit 7,3 Prozent weit über dem Branchendurchschnitt von 5,8 Prozent. Allerdings konnte das Ziel einer Ausbildungs­quote von 8 Prozent in diesem Jahr nicht erreicht werden. In einigen Ver­tragsregionen konnten nicht genügend qualifizierte Bewerber gewonnen werden. Die Unternehmen der Gruppe reagieren darauf mit einer gezielten und intensiven Ansprache von Schülern und Eltern. Die Veolia Wasser-Gruppe bildet in zwölf Berufen aus. Neu hinzugekommen ist der Beruf des Fachangestellten für Bäderbetrieb. Veolia Wasser verbessert die Ausbildungsbedingungen kontinu­ierlich und ermutigt die Auszubildenden zu eigenen Initiativen.

Tabelle Beschäftigte
Tabelle Beschäftigte

Arbeitssicherheit

Die Sicherheit der Beschäftigten am Arbeitsplatz ist eine kontinuierliche Herausforderung. Neben den etablierten Instrumenten wie Arbeitsplatzbegehungen, regelmäßigen Unterweisungen und persönlichen Vereinbarungen erarbeiteten die Arbeitssicherheitsbeauftragten neue Methoden zur Sensibilisierung für das Thema. So fanden 2010 tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilungen auf einer einheitlichen Grundlage statt, die die interne AG Arbeitssicherheit in Abstimmung mit der Berufsgenossenschaft entwickelt hatte. Leider stieg 2010 trotz umfassender Bemühungen die Gesamtzahl der meldepflichtigen Unfälle von 42 im Jahr 2009 auf 46.

Motivation im Team

Mit Angeboten zur Förderung der Gesundheit, Weiterbildungsprogrammen, Wertschätzung für ihre tägliche Arbeit sowie Begegnungen und Austausch mit Kollegen möchte Veolia Wasser erreichen, dass die Beschäftigten der Unternehmensgruppe an ihrem Arbeitsplatz besonders kompetent und motiviert sind.

Die Veolia Wasser-Gruppe verzeichnet seit Jahren eine sehr geringe Fluktuation der Mitarbeiter. Diese zeigt eine hohe Identifikation mit dem Unternehmen und ist ein unternehmerischer Vorteil, weil Kompetenz in der Gruppe gehalten wird. Zugleich liegt darin eine Herausforderung: Um in der Entwicklung nicht stehen zu bleiben, gilt es kontinuierlich aktuelles Wissen durch Weiterbildung in das Unternehmen hineinzutragen und die Beschäftigten zum lebenslangen Lernen zu motivieren.

2010 nahmen insgesamt 2.081 Beschäftigte der Veolia Wasser-Gruppe an Schulungen teil. Das Ziel, jedem Beschäftigten mindestens eine bedarfsgerechte Weiterbildung pro Jahr zu bieten, wurde mit zwei Weiterbildungen je Beschäftigtem mehr als erreicht. Mit einer Weiterbildungsquote von 80 Prozent liegt die Veolia Wasser-Gruppe weit über dem Bundesdurchschnitt von 30 und dem Branchendurchschnitt von 55 Prozent. Das Unternehmen investierte durchschnittlich 792 Euro je Weiter­bildung und 1.981 Euro je geschultem Mitarbeiter.

Um auf den speziellen Bedarf der Mitarbeiter einzugehen und eine hohe Seminarqualität zu gewährleisten, wurden 62 Prozent der Weiterbildungen innerbetrieblich organisiert. Seit 2010 werden inhaltlich übergreifende Weiterbildungen auch gemeinsam für Beschäftige aller Unternehmens­bereiche von Veolia Environnement im Rahmen des neu gegründeten Veolia Campus angeboten. Synergieeffekte konnten durch den konstruktiven Wissensaustausch und die interne Mobilität von Mitarbeitern erzielt werden.

Angesichts des steigenden Durchschnittsalters der Beschäftigten spielt das Thema Gesundheitsförderung eine wachsende Rolle. Veolia Wasser trägt dem mit vielfältigen Programmen Rechnung. Flexible Modelle der Arbeitsorganisation erleichtern darüber hinaus die Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Die Beschäftigten der Veolia Wasser-Gruppe hatten 2010 erneut die Möglichkeit, im Rahmen des Sequoia-Programms Veolia-Aktien zu vergünstigten Konditionen zu erwerben. Zusätzlich zu einem Preisnachlass gab der Arbeitgeber je nach gewählter Variante bis zu 30 Gratisaktien dazu.

2031 Beschäftigte in Weiterbildung 2009

2081 Beschäftigte in Weiterbildung 2010

Tabelle Beschäftigte
Tabelle Beschäftigte
7m
Hochwasserpegel August 2010
1,7m
Normalpegel der Neiße

Land unter: Vereinte Kräfte im
Hochwassereinsatz | Leuchtturm

Samstag, 7. August 2010: Eine Flutwelle erreicht die Stadt Görlitz an der polnischen Grenze. Die Einwohner sind überrascht – es gab keinerlei Vorwarnung. Starkregen und insbesondere der Dammbruch eines nahe gelegenen Stausees auf polnischer Seite hatten die Neiße plötzlich stark anschwellen lassen. Die Mitarbeiter der Stadtwerke Görlitz (SWG) reagieren schnell und setzen eine Kette von Maßnahmen in Gang: Trafostationen und Hausanschlüsse werden außer Betrieb genommen, um Kurzschlüsse zu verhindern, Pumpen und Sandsäcke zur Sicherung des Wasserwerks Weinhübel bereitgestellt, die Kläranlage gesichert und ein Krisenstab gebildet. Um 22.30 Uhr löst das Sächsische Staats­ministerium schließlich Katastrophenalarm aus.

Auch wenn der Pegel in den nächsten Tagen langsam sank, war das Hochwasser in Häuser und Versorgungsanlagen eingedrungen und hatte die Wasserfassung und das Wasserwerk Görlitz überspült. Die Stadt rief die Wasser-Notversorgung aus. Damit galt das Gebot, Trinkwasser abzukochen. Die SWG hatten alle Hände voll zu tun, um die zentrale Versorgung zu gewährleisten. Parallel wurde eine dezentrale Wasserversorgung organisiert. „Zum Glück bekamen wir schnelle Hilfe aus der Veolia Wasser-Gruppe. Schon Sonntagnachmittag waren die ersten Kollegen zur Stelle“, berichtet Krisenmanager und SWG-Arbeitsschutzkoordinator Lutz Neumann. In Plastikbeuteln abgefülltes Trinkwasser und eine mobile Desinfektionsanlage kam von den Berliner Wasserbetrieben, die Braunschweiger SE|BS schickte Spülwagen und die OTWA sowie die OEWA halfen mit Tank- und Spülwagen samt Personal.

An zwölf Stellen in Görlitz positionierten die SWG und ihre Helfer Wasserwagen zur Trinkwasserversorgung, sie desinfizierten leergelaufene Hochbehälter und reinigten oder ersetzten ehemals überflutete Anlagen, um sie wieder in Betrieb zu nehmen. Zwei mobile Trinkwasseraufbereitungsanlagen, die der Anlagenspezialist Veolia Water Solutions & Technologies und das Pariser Mutterunternehmen Veolia Eau geschickt hatten, sicherten die Versorgung der Wassergroßverbraucher - des städtischen Klinikums und einer Wurstfabrik.

Währenddessen glühten beim SWG-Vorstandsvorsitzenden Matthias Block die Telefonleitungen. Neben zahlreichen Presseanfragen koordinierte er gemeinsam mit dem Krisenstab die Zusammenarbeit zwischen Stadt, Rettungskräften und Schwesterunternehmen. Dabei ging es neben der Lage der Stadt Görlitz auch um die über Dienstleistungsverträge von den Stadtwerken Görlitz versorgten Orte wie z. B. Ostritz, die ebenfalls massive Hochwasserschäden erlitten hatten. Mit Hilfe der Unternehmensgruppe wurde so auch außerhalb von Görlitz alles daran gesetzt, die Trinkwasserversorgung und die Abwasserent­sorgung aufrechtzuerhalten bzw. so schnell wie möglich wiederherzu­stellen.

Nach knapp drei Wochen wurde das Trinkwasser­netz wieder offiziell freigegeben. Das Fazit: Niemand war zu Schaden gekommen, die Notversorgung hatte fast reibungslos funktioniert. „Durch den motivierten Einsatz unserer Mitarbeiter konnte glücklicherweise eine größere Katastrophe verhindert werden“, so Block. Auch der Zusammenhalt der Veolia Wasser-Gruppe bei den Aufräumarbeiten und der Notversorgung sei vorbildlich gewesen. Und nicht nur dabei, denn durch eine Spendenaktion innerhalb der Gruppe kam einiges an Geld für 17 Kollegen zusammen, die selbst vom Hochwasser betroffen waren. „Aus der Katastrophe haben wir viel gelernt: Die Meldeketten und die regionale Kommunikation sind nun besser geworden“, bestätigt auch Neumann und ergänzt: „Das war auch gut so, denn im September rollte nochmal eine weitere Hochwasserwelle durch die Stadt. Die haben wir gut bewältigt.“

Willkommen im Team | Leuchtturm

Anlagenmechaniker, Fachkraft für Abwassertechnik, Technischer Zeichner – die Veolia Wasser-Gruppe bietet jungen Menschen vielfältige Ausbildungsberufe. Damit übernimmt der Umweltdienstleister gesellschaftliche Verantwortung und sichert sich qualifizierte Mitarbeiter. „Schon in der Ausbildungszeit stimmen wir die jungen Kollegen auf die Veolia-Kultur ein – dazu gehören Selbstständigkeit, Teamgeist, Umweltbewusstsein, Professionalität und Chancengleichheit“, sagt Malte Hansen, Personalleiter bei Veolia Wasser. Und so individuell wie die einzelnen Unternehmen sind auch ihre Azubis.

Alle neuen Azubis von BS|ENERGY verbringen ihre erste Arbeitswoche in einem Bildungszentrum mit Gruppenarbeit, Sport und Exkursionen. „So können sich die Azubis kennenlernen. Gleichzeitig erfahren auch die Ausbilder, was sie bewegt“, sagt Thorsten Hermes, Ausbildungsleiter bei BS|ENERGY. Bastian Bäthge, Industriekaufmann im dritten Lehrjahr, lobt: „Die Kommunikation zwischen den Azubis und den Ausbildern wird sehr gefördert. Wir haben viele Möglichkeiten zur Mitgestaltung.“ Die hat der 25-Jährige gut genutzt: Mit einem Projektteam entwickelte er Werbestrategien zur Nachwuchsgewinnung für die Veolia Wasser-Gruppe. Außerdem vertrat er BS|ENERGY auf Berufsmessen und hat sogar schon Vorstellungsgespräche mitgeführt. Nun freut er sich auf seine erste Stelle in der Materialwirtschaft.

Auch Anna Lena Hoffmann wäre „sehr glücklich über eine Festanstellung bei BS|ENERGY“. Doch noch ist es nicht so weit. Die Industriemechanikerin im zweiten Lehrjahr wusste nach verschiedenen Praktika schnell: „In einer Werkstatt fühle ich mich wohl.“ Dort hat sie in ihrem ersten Jahr neben der Berufsschule auch die meiste Zeit verbracht und ihre Entscheidung bisher nicht bereut. Ihre Fähigkeiten bewies sie mit einem vom Veolia Azubi-Award ausgezeichneten Videoprojekt und der Teilnahme an einem Artenschutzprojekt für Fledermäuse.

Auch die OEWA bietet Azubis vielfältige Möglichkeiten, sich über die Ausbildung hinaus zu engagieren. 2008 gewann der Nachwuchs mit einem Projekt zur CO2-Kompensation den zweiten Platz beim Sächsischen Landeswettbewerb. Seither wurden Bäume auf den Grundstücken von Wasserwerken und Kläranlagen der OEWA gepflanzt. Einen Sonderpreis erhielten die Azubis 2010 mit „Ich sehe Was(ser), was du nicht siehst“. Sven Krausch, 20-jähriger Bürokaufmann im zweiten Lehrjahr, erinnert sich an die Präsentation vor 500 Leuten in Dresden: „Zuerst wollte ich nur weg, aber auf der Bühne war die Aufregung verflogen.“ Auch sein Alltag in der OEWA-Hauptverwaltung in Leipzig bietet Abwechslung: Er hat bereits in den Abteilungen Personal, Unternehmenskommunikation, Rechnungswesen, Kundendienst und Einkauf gearbeitet. „In einem großen Unternehmen wie der OEWA bekommt man viel mit und hat bessere Zukunftschancen.“ Später möchte er vielleicht die Richtung Personalfachwirt einschlagen.

Nico Lißner lernt seit 2009 Fachkraft für Abwassertechnik in der OEWA-Niederlassung Döbeln. Während eines Schülerpraktikums lernte der heute 18-Jährige die vielfältigen Aufgaben rund ums Abwasser kennen. Kameras durchs Kanalnetz steuern, Havarien meistern oder Steuerungstechnik erforschen – langweilig wird es nie. In seinem Ausbildungsbetrieb schätzt er die gute Kommunikation und erinnert sich gerne an die Treffen, auf denen er sich mit anderen OEWA-Azubis austauschen konnte. Etwa mit der angehenden Fachfrau für Wasserversorgungstechnik Juliane Heller aus der Niederlassung Grimma. Die heute 21-Jährige konnte nach dem Abitur ihren Traum einer technischen Ausbildung bei der OEWA verwirklichen. „Wir arbeiten im Betrieb und lernen zusätzlich zur Berufsschule im Labor und an der Messtechnik – meine Ausbildung ist vielfältig und hat ein hohes Niveau“, ist Heller überzeugt. Ob sie anschließend studiert oder eine feste Stelle annimmt, in der Region bleibt oder wegzieht, weiß sie noch nicht. Die Möglichkeit, neue Orte zu entdecken und dabei innerhalb der Veolia Wasser-Gruppe zu arbeiten, hätte sie jedenfalls.

Die Veolia Wasser beschäftigte 179 Auszubildende zum 31.12.2010

47

Elektroniker

10

Fachkräfte für Wasser-
versorgungstechnik

5

Mechatroniker

17

Anlagenmechaniker

2

Rohrleitungsbauer

19

Fachkräfte für
Abwassertechnik

1

Technischer Zeichner

21

Industriekauffrauen/
-männer

1

Fachkraft für Lagerlogistik

22

Bürokauffrauen/
-männer

1

Fachangestellter für
Bäderbetrieb

33

Industriemechaniker

Gesellschaft

2.059.000 Euro

2.249.000 Euro

1.794.000 Euro

1.824.000 Euro

Förderung von Wissenschaft
und Forschung

215.000 Euro

Förderung von Projekten
durch die Veolia Stiftung

2007

198.000 Euro

2008

223.000 Euro

2009

241.000 Euro

einschließlich Aktion
"Gemeinsam sind wir Berlin"

2010

Wir engagieren uns gern

Die aktive Beteiligung an der Gestaltung eines zukunftsorientierten Lebensumfeldes gehört zu unserem Selbstverständnis. Dabei konzentriert sich Veolia Wasser auf Themen in den Bereichen Umwelt, Gesundheit und nachhaltige Entwicklung von Kommunen, bei denen es Berührungspunkte zu unserem operativen Geschäft gibt. Mit vielfältigen Sponsoring-Aktivitäten unterstützen unsere Gesellschaften die nachhaltige Entwicklung in ihren Vertragsregionen.

In langfristigen Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen, die weit über ein klassisches Sponsoring hinausgehen, kommen wir mit kritischen Interessengruppen ins Gespräch, bringen Fachwissen und Kontakte ein und fördern auf diese Weise das gegenseitige Kennenlernen und Vertrauen.

…und unsere Mitarbeiter auch

Nicht nur die Unternehmen der Veolia Wasser-Gruppe, auch die Beschäftigten selbst setzten sich mit ehrenamtlichem Engagement und Geldspenden für wichtige gesellschaftliche Anliegen in ihren Regionen ein und unterstützten humanitäre Hilfsaktionen.

Tabelle Gesellschaft

Geschrumpft und gealtert: Den demografischen Wandel klug bewältigen | Leuchtturm

Durch Abwanderung und Rückgang der Geburten hat allein Sachsen-Anhalt seit der Wende über 500.000 seiner ehemals 2,9 Millionen Einwohner verloren. Im Gebiet der MIDEWA leben heute etwa 50.000 Menschen weniger als noch 1996. Wassersparende Haushaltstechnik und ein gestiegenes Umwelt- und Preisbewusstsein haben den Wasserverbrauch je Einwohner auf etwa 78 Liter pro Tag halbiert, die weggefallene Industrie hat weitere Spuren im Wasserabsatz hinterlassen. „Da hilft keine Panik“, sagt MIDEWA-Geschäftsführer Uwe Störzner. „Wir passen uns an und führen unser Geschäft wirtschaftlich und in hoher Qualität fort.“

Schrittweise werden nun alte Leitungen des Trinkwassernetzes erneuert. Die Netzsysteme werden angepasst und überdimensionierte Wasserbehälter zurückgebaut. Die MIDEWA setzt darüber hinaus auf neue Dienstleistungen: Sie betreut die öffentliche Beleuchtung in Köthen und Gräfenhainichen, außerdem seit 2010 dort die Fernwärmeversorgung sowie am Chemiestandort Leuna die Grundwassersanierung.

In Weißwasser schrumpfte die Einwohnerzahl seit der Wende von 37 000 auf 19 500. Die Stadtwerke Weißwasser GmbH (SWW) gingen deshalb mit Kommune und Wohnungsunternehmen daran, die „abgespeckte“ Stadt aufzuwerten. Die Stadtwerke bauten die nicht mehr benötigten Versorgungsnetze zurück und passten den Schmutzwasserhauptsammler an die gesunkenen Abwassermengen an. „So erhöhen wir die Fließgeschwindigkeit und verhindern die Ablagerung und Faulung des Abwassers“, erläutert Petra Brünner, Geschäftsführerin der SWW. Der 2010 begonnene Umbau der Südvorstadt wurde zu 50 Prozent vom Freistaat Sachsen gefördert. Die Stadtwerke selbst wurden von 130 Mitarbeitern in 1998 auf heute 80 Beschäftigte verschlankt. Die Anpassung erfolgte sozialverträglich ohne betriebsbedingte Kündigungen. Die Verbraucherpreise konnten damit auf sächsischem Durchschnitt gehalten werden.

Die Stadtwerke Weißwasser führen seit 1995 die technische und kaufmännische Betriebsführung für den Wasserzweckverband „Mittlere Neiße-Schöps“ durch. Derzeit denken die Partner über den Ausbau der Dienstleistungen nach, etwa durch den Betrieb eines Erlebnisbades, die Straßenbeleuchtung sowie die Errichtung von zwei BHKWs. Bislang einmalig in der Veolia Wasser-Gruppe: Seit 2010 übernehmen die SWW auch Verkehrssicherungspflichten der Stadt. „Eine unserer fünf Fachbereitschaften bringt jedes Problem in Ordnung, ob bei Tag oder Nacht“, sagt Brünner.

Auch im Unternehmen findet ein demografischer Wandel statt: Das Durchschnittsalter liegt trotz hoher Ausbildungsquote von etwa zehn Prozent bei 44 Jahren. Die Geschäftsführung animiert die Kollegen deshalb zu einem gesunden Lebensstil, bietet Gesundheitstage, Massagen und Sport an. „Manche Jobs im Unternehmen oder der Bereitschaftsdienst sind einfach körperlich sehr anstrengend“, sagt Petra Brünner. Sie hofft deshalb auf einen Ideenaustausch innerhalb der Gruppe, um Aufgaben künftig optimal auf alle Schultern zu verteilen.

Diskussionspartner findet Brünner dabei sicherlich bei den Kollegen von den Berliner Wasserbetrieben (BWB). Dort liegt der Altersdurchschnitt bei 49 Jahren. Das gesamte Personalmanagement beschäftigt sich intensiv mit dem demografischen Wandel. „Unser Konzept ist breit angelegt, so können wir wirklich etwas bewegen“, berichtet Kerstin Hamann, Leiterin Sozialmanagement bei den BWB. Anfang 2011 wurde ein nach arbeitsmedizinischen Erkenntnissen optimiertes Schichtmodell eingeführt, was den Arbeitsalltag nicht nur der älteren Beschäftigten erleichtert. Seminare sensibilisieren das Management, Beratungsstellen helfen gestressten Mitarbeitern. „Lebenslanges Lernen“ bleibt durch das umfangreiche Weiterbildungsprogramm kein leeres Schlagwort. Mit dem Talentmanagement wird der Nachwuchs gewonnen, gefördert und gehalten. Kerstin Hamann ist überzeugt: „Im Vergleich zu anderen Unternehmen sind wir richtig weit und haben eine neue Unternehmenskultur gewonnen.“

Ziele und Kennzahlen

Markt: Wir sind der kompetente Partner von Kommunen und Industrie für Energie- und Umweltdienstleistungen.

Thema Ziele von 2010 Status Ableitung zukünftiger Nachhaltigkeitsziele
Qualität und Versorgungssicherheit Wir setzen uns dafür ein,
- die einheitliche Zertifizierung des IMS fortzuführen
- die speziellen realen Netzverluste
(Trinkwasser, Strom, Wärme) im Vergleich zu 2009 weiter zu verringern
- in unserem Verantwortungsbereich die Grenzwerte der TrinkwVO einzuhalten
- die Schadenshäufigkeit so niedrig wie möglich zu halten. (zu erreichen bis 2010)
Erfolgreiche Zertifizierung. Netzverluste Trinkwasser, Strom und Wärme gesenkt. Schadenshäufigkeit so niedrig wie möglich gehalten
Ziel 2010 erfüllt
Anpassung des Ziels für 2011:
Wir setzen uns dafür ein,
- die speziellen realen Netzverluste (Trinkwasser, Strom, Wärme) im Vergleich zu 2010 weiter zu verringern
- in unserem Verantwortungsbereich die TrinkwVO-Grenzwerte zu 100 % einzuhalten.
Wachstum Wir realisieren Vertragsmodelle, die den Wandel in Umwelt und Gesellschaft berücksichtigen, und gewährleisten einen kontinuierlichen Umsatzzuwachs.
(zu erreichen bis 2010)
Effizienzsteigerungen als wesentliche Vertragselemente. Entwicklung von Lösungen für klimarelevante Fragen (hohe Grundwasserpegel, Schutz grundwasserabhängige Ökosysteme, Verringerung klimaschädlicher Emissionen)
Ziel 2010 erfüllt
Anpassung des Ziels für 2011:
Wir streben einen kontinuierlichen Zuwachs der Wertschöpfung bei allen bestehenden und neuen Projekten an.
Wir erschließen neue Dienstleistungsfelder im Infrastrukturbereich. z.B. BS|NETZ: Bereich Lichtwellenleiter, MHWA: Vakuumentwässerung, MIDEWA: Fernwärme, Grundwassersanierung, OTWA: öffentliche Beleuchtung, OEWA: Kläranlage auf Autobahnparkplatz, Dienstleistungen in Landwirtschaftsbetrieben, SWW: Wartung von Trafostationen, Verkehrssicherung
Ziel 2010 erfüllt
Anpassung des Ziels für 2011:
Wir erschließen neue Dienstleistungsfelder.
Wir unterstützen Kommunen bei der Gründung eigener Stadtwerke. Verifizierung der Modelle für die Neugründung von Stadtwerken und Beteiligung an Ausschreibungen
Ziel 2010 erfüllt
Anpassung des Ziels für 2011:
Wir unterstützen Kommunen bei der Gründung eigener Stadtwerke und beim Aufbau von Ver- und Entsorgungsstrukturen unter Berücksichtigung des Wandels in Umwelt und Gesellschaft.
Einkaufspolitik Wir führen mindestens zwei Nachhaltigkeitsaudits bei den wichtigsten Lieferanten mit hohem Risikopotenzial durch. (zu erreichen bis 2010) Veolia Wasser/OEWA: Nachhaltigkeitsaudit bei WÜRTH. Lieferantenaudits bei Partnern von BS|ENERGY und SWW
Ziel 2010 erfüllt
Anpassung des Ziels für 2011:
Wir berücksichtigen zunehmend bei unserer Lieferantenauswahl auch die Einhaltung von Nachhaltigkeitsaspekten. Wir führen mindestens zwei Nachhaltigkeitsaudits bei den wichtigsten Lieferanten mit hohem Risikopotenzial durch.
Kundenfreundlichkeit Wir bieten papierlose Kommunikation für eine wachsende Anzahl von Kunden an. (zu erreichen bis 2012) z.B. BS|ENERGY/BS|NETZ: Einführung Internet-Portal, SE|BS: Portal für Fachbetriebe, SWW: Prüfung von internetbasierten Leitungsauskünften für Dritte
Ziel 2010 erfüllt
Ziel bleibt bestehen für 2012.
Wir bauen Energieberatung als Dienstleistung an allen Stadtwerkestandorten aufbauen. (zu erreichen bis 2010) z.B. BS|ENERGY: bestehende Beratung auf Stadtwerke Springe und Pulheim ausgedehnt, SE|BS: Beratung zum Thema Abwasser im Kundenzentrum von BS|ENERGY, SWG: Energieberatung u.a. zu Photovoltaik-Anlagen und Mini-BHKW
Ziel 2010 erfüllt
Anpassung des Ziels für 2011:
Wir bauen Energieberatung als Dienstleistung in allen Stadtwerkestandorten aus.
Kundenfreundlichkeit und Innovation Neue Ziele: Wir analysieren regelmäßig die Kundenzufriedenheit. Steigerung der Umweltfreundlichkeit für Kunden und Partner durch Angebote von z. B. nachhaltiger Energieversorgung und innovativen Produkten (zu erreichen bis 2011) Wir fördern innovative Technologien und Methoden, um für zukünftige Herausforderungen vorbereitet zu sein.

Umwelt: Wir leisten aktiven Umweltschutz.

Thema Ziele von 2010 Status Ableitung zukünftiger Nachhaltigkeitsziele
Klimaschutz und Energieeffizienz Wir senken den spezifischen Energieverbrauch beim Betrieb eigener Anlagen im Vergleich zu 2006 um mindestens 10 v. (zu erreichen bis 2020) Dank vielfältiger Optimierungen wurde der Gesamtenergieverbrauch gegenüber 2007 um 6,6 % (bereinigt) gesenkt.
Anpassung des Ziels bis 2011:
Wir senken den spezifischen Energieverbrauch beim Betrieb eigener Anlagen im Vergleich zu 2006 im Wasserbereich um 15 %, im Energiebereich um 10 %.
Wir senken den spezifischen CO2 -Ausstoß im Vergleich zu 2006 um 10%. (zu erreichen bis 2020) Seit 2006 ist der spezifische CO2 -Ausstoß auf etwagleichem Niveau geblieben.
Anpassung des Ziels bis 2020:
Wir senken den spezifischen CO2 -Ausstoß im Vergleich zu 2006 um 20 %.
Umweltschutz Wir initiieren im UN-Jahr der Biodiversität ein Projekt zur Förderung der Artenvielfalt an unseren Standorten.

Wir führen mindestens zwei Nachhaltigkeitsaudits bei den wichtigsten Lieferanten mit hohem Risikopotenzial durch. (zu erreichen bis 2010)
z.B. Veolia Wasser: NABU-Kooperation Havel-Renaturierung, BS|NETZ: Klassifizierung Freileitungsmaste nach Gefährdungspotenzial für Vögel, MIDEWA: Standortanalyse Artenvielfalt mit NABU, OEWA: Projekttag Artenschutz in Gewässern, SE|BS: Nistkästen in Rieselfeldern, SWW: Unterstützung Wolfscamp
Ziel 2010 erfüllt
Anpassung des Ziels für 2011:
Wir initiieren mindestens ein Projekt zur Förderung der Artenvielfalt an all unseren Standorten.
Klimaschutz, Energieeffizienz und Ressourcenschonung Neue Ziele: Reduzierung des Fremdbezugs an Energie im Wasser- und Abwasserbereich um 15 % bis 2012 gegenüber dem Bezugsjahr 2007.
Die Mobilität ist auf ein notwendiges Maß zu beschränken und moderne Kommunikationsmittel zu nutzen. Dabei ist das Konzept Carbon Footprint zu berücksichtigen, d.h. möglichst die Nutzung öffentlicher Verkehrs mittel, Videokonferenzen, bessere Terminplanung, umweltfreundliche PkW etc. (zu erreichen bis 2011) Wir steigern den Anteil der erneuerbaren Energie bei der Stromerzeugung auch im Trink- und Abwasserbereich. (zu erreichen bis 2011)

Beschäftigte: Wir gewährleisten zukunftsorientierte Arbeitsplätze. Wir bereichern als regionales Unternehmenin Deutschland den Lebensalltag der Menschen und fördern die nachhaltige Entwicklung der Regionen.

Thema Ziele von 2010 Status Ableitung zukünftiger Nachhaltigkeitsziele
Beruf und Familie Wir untermauern Gesundheitsförderung und Familienfreundlichkeit in jeder Gesellschaft mit konkreten Maßnahmen.
(zu erreichen bis 2010)
z.B. BS|ENERGY: Gesundheitsförderungsprogramm, BS|NETZ: moderne Personaleinsatzplanung, MHWA: Anti-Stress Seminar, gleitende Arbeitszeiten, MIDEWA: Programm 40+, OTWA: Gesundheitstag, Fitnesskurse, Vortrag Gesunde Ernährung, OEWA: Arbeitssituationsanalysen, Gesundheitstage, Vereinbarung zu „Homeoffice“, Kooperation für Kita-Plätze verlängert, SE|BS: Rückenschule, Kinderferienbetreuung, SWG: Gründung Gesundheitszirkel, Einrichtung Ruheraum, SWW: Gesundheitstage
Ziel 2010 erfüllt
Ziel bleibt bestehen für 2011
Personalentwicklung Wir streben auch weiterhin eine Ausbildungsquote von 8 % und die leistungsabhängige Weiterbeschäftigung der Jungfacharbeiter an.
(zu erreichen bis 2010)
2010 betrug die Ausbildungsquote 7,3 %. Die leistungsabhängige Übernahme kann sich durch Betriebsvereinbarung von bislang sechs auf bis zu zwölf Monate verlängern.
Ziel 2010 nicht erfüllt
Ziel bleibt bestehen für 2011
Wir bieten jedem Beschäftigten mindestens eine bedarfsgerechte Weiterbildung pro Jahr. (zu erreichen bis 2010) Das Ziel wurde mit durchschnittlich zwei Weiterbildungen je Mitarbeiter mehr als erfüllt.
Ziel 2010 erfüllt
Ziel bleibt bestehen für 2011
Wir schließen Zielvereinbarungen mit allen Beschäftigten ab. (zu erreichen bis 2012) Der Anteil der Beschäftigten mit einer Zielvereinbarung stieg 2010 auf mehr als 85 %.
Ziel 2010 nicht erfüllt
Ziel wird weiterverfolgt.
Arbeitsschutz Wir senken die Zahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle auf Null. (zu erreichen bis 2010) Die Zahl meldepflichtiger Arbeitsunfälle stieg gegenüber 2009 um 12 %.
Ziel 2010 nicht erfüllt
Ziel bleibt bestehen für 2011
Anti-Korruption Neue Ziele: Wir sensibilisieren unsere Mitarbeiter kontinuierlich zur Einhaltung unserer Anti-Korruptionsgrundsätze.



Umsatz

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
  Mio Euro 1.350 1.271 6%

Trinkwasserversorgung

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Versorgte Einwohner Anz. 1.050.697 1.082.164 -3%
Wasserwerke Anz. 47 53 -11%
Trinkwassernetzlänge km 9.228 9.169 1%
Produzierte Trinkwassermenge m3 15.740.150 16.053.919 -2%
Ausgeteilte Trinkwassermenge m3 57.778.730 57.851.559 0%
Eigenverbrauch an Wasser m3 362.413 348.861 4%
Eigenverbrauch an Wasser m3 362.413 348.861 4%
Verkaufte Trinkwassermenge m3 49.935.066 49.395.606 1%
Reale Wasserverluste gem. DVGW W 392 % 11,6 % 12,7% -9%
Spez. reale Netzverluste Trinkwasser m3/(km x d) 2,00 2,20 -9%
Stromverbrauch Trinkwasser kWh 14.644.129 15.355.498 3 -5%
davon Stromverbrauch Wasserproduktion kWh 9.121.608 9.463.152 -4%
davon Stromverbrauch Wasserverteilung kWh 5.522.520 5.892.310 -6%
Spez. Stromverbrauch Wasserproduktion kWh/m3 0,580 0,589 -2%
Spez. Stromverbrauch Wasserverteilung kWh/m3 0,096 0,102 -6%
Analysierte Parameter aller Proben im TW Anz. 62.809 68.784 -9%
Einhaltung aller Grenzwerte der TrinkwVO % 99,3% 99,5% 0%
Analysierte bakteriol. Parameter aller Proben Anz. 16.669 17.845 -7%
Einhaltung Anz. 16.439 17.690 -7%
Einhaltung bakteriolog. Grenzwerte der TrinkwVO % 98,6% 99% 0%
Anzahl Reparaturen je 100 km Versorgungsnet Anz./100km 20,8 22,3 -7%

Abwasserentsorgung

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Entsorgte Einwohner E 999.566 990.427 3 1%
Klärwerke Anz. 104 99 5%
Abwasserkanallänge km 6.360 5.928 7%
Behandelte Zulaufmenge Kläranlagen m3 74.339.454 60.472.264 23%
Gesammelte Abwassermenge Kanalnetz m3 79.133.381 64.096.215 24%
Reinigungsgrad der Groß-Kläranlagen (> 3t BSB5-Abbau/d)
BSB5 Zulauf kg/a 15.367.035 14.722.042 4%
BSB5 Ablauf kg/a 107.111 5 82.453 30%
BSB5 % 99% 99% 0%
CSB Zulauf kg/a 34.731.128 33.575.163 3%
CSB Ablauf kg/a 908.443 5 681.601 33%
CSB % 97% 98% -1%
N Zulauf kg/a 2.432.824 2.293.858 6%
N Ablauf kg/a 234.461 5 177.751 32%
N ges. % 90% 92% -2%
P Zulauf kg/a 421.441 419.802 0%
P Ablauf kg/a 19.799 5 14.648 35%
P ges. % 95% 97% -1%
Stromverbrauch Abwasser kWh 31.269.798 29.245.666 3 7%
davon Stromverbrauch Abwasserreinigung kWh 15.184.279 14.521.149 5%
davon Stromverbrauch Abwassersammlung kWh 16.085.519 14.724.517 9%
Spez. StromverbrauchAbwasserreinigung kWh/m3 0,204 0,240 -15 %
Spez. Stromverbrauch Abwassersammlung kWh/m3 0,203 0,230 -12%
Spez. Anzahl Reparaturen Kanalnetz Anz./km 0,056 0,054 3%
Reststoffaufkommen:
Klärschlamm tTS/a 15.974 17.436 -8%
Anteil Landwirtschaftliche Ausbringung % 38,2% 41,1% -7%
Anteil Co-Verbrennung % 20% 16,1% 24%
Anteil Kompostierung/Rekultivierung % 25,4% 27,5% -8%
Anteil Verregnung % 15,2% 114,2% 7%
Anteil Sonstiges % 1,2% 1% 21%
Rechengut, Sandfanggut, Kanalräumgut (t) t/a 4.471 6.487 -31 %
Anteil mech.-biolog. Aufbereitungs-/Müllverbrennungsanlagen % 26,3% 12,7% 107 %
Anteil Kompostierung % 58,1% 43,2% 34%
Anteil Verwertung z. B. Rekultivierung % 14,7% 42,9% -66%
Anteil Verwertung als Baumaterial % 1,0% 1,2% -18%

1 Ermittelung ab 2008 nach IFRS: incl. OEWA, AWATECH, SWG, SWW, MIDEWA, OTWA, AC, aquassist, Globalis, VSBB, BVVAG, BVAG mit BS Netz und EN|BS, KWM, SW Thale, SE|BS, MHWA, BFG N, Introtec, Citelum und 50 Prozent RVB (BWB)

2 inkl. OEWA, OEWA Storkow, OEWA Plau,OEWA Wagenfeld, MIDEWA, Infra Service Sachsen-Anhalt GmbH, OTWA, Introtec Schwarza; Ostthüringer Service und Dienstleistungs GmbH; SWG, SWW, BS|ENERGY; SE|BS; BS|Netz, MHWA, AC, VEL, SWS, SWP, Veolia Wasser GmbH

3 nachträglich angepasst durch Festlegung einer einheitlichen Definition/einer einheitlichen Berechnungsbasis
4 einschließlich Aktion „Gemeinsam sind wir Berlin“
5 Die Erhöhung der Ablauffracht ist auf die starken Niederschlagsereignisse des Jahres zurückzuführen.
* ohne KW Mehrum

Stromversorgung

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Zähler im Netz Anz. 233.449 233.992 0%
Stromleitungsnetz km 3.559 3.113 14%
versorgte Kunden Anz. 213.911 214.556 -0,3%
Erzeugungskapazitäten eigener Anlagen MW 310 244 27%
davon Erzeugungskapazitäten KWK MW 162,5 99,5 63%
davon Erzeugungskapazitäten EEG MW 6,2 6,9 -10%
Stromerzeugung aus Eigenanlagen GWh 956 924 4%
davon erzeugter KWK-Strom % 39,9% 37,0% 8%
davon erzeugter EEG-Strom % 3,8% 7,4% -48%
Stromzukauf zur Kundenversorgung GWh 2.052,7 2.163,3 -5%
Stromabsatz ohne Handel GWh 2.477,5 2.042,2 21%
Stromhandel GWh 2.107 1.968 7%
Netzverluste Strom % 3,5% 3,6% -1%
Unterbrechungsdauer min 80,9 62,1 30%
Unterbrechungshäufigkeit 1/a 0,094 0,165 -43%
Nichtverfügbarkeit min/a 11,4 10,7 7%

Fernwärmeversorgung

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Zähler im Netz Anz. 6.196 5.855 6%
Versorgte Kunden Anz. 5.174 5.110 1%
Fernwärmenetz km 320 305 5%
Erzeugungskapazitäten eigener Anlagen MW 743 678 10%
davon Erzeugungskapazitäten KWK MW 302 330 -8%
davon Erzeugungskapazitäten EE MW 2,41 2,78 -13%
Wärmeerzeugung aus Eigenanlagen GWh 1.225 982 25%
davon erzeugter KWK-Wärme % 81,2% 97,6% -17%
davon erzeugter EE-Wärme % 1% 1,1% -11%
Wärmezukauf zur Kundenversorgung GWh 77 79 -3%
Wärmeabsatz GWh 1.044 927 13%
Netzverluste Wärme % 11,5% 11,9% -3%
Schäden pro km Netzlänge 1/km 0,023 0,013 3 79%

Gasversorgung

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Zähler im Netz Anz. 65.966 67.376 -2%
Versorgte Kunden Anz. 73.021 67.376 8%
Gasleitungsnetz km 1.086 1.084 0%
Erdgasabsatz ohne Handel GWh 3.602 2.756 31%
Erdgashandel GWh 42 38 12%
Netzverluste Gas % 0% 0% 0%
Schäden pro km Netzlänge 1/km 0,059 0,071 3 -17%

Verwaltungen

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Stromeinkauf Anz. 3.735.749 3 3.723.698 0%
Stromeinkauf je MA kWh/ MA 1.308 1.541 3 -15%
Papierverbrauch kg/ MA 65% 61% 8%
Anzahl Kopien Anz./MA 1.582 1.562 1%

1 Ermittelung ab 2008 nach IFRS: incl. OEWA, AWATECH, SWG, SWW, MIDEWA, OTWA, AC, aquassist, Globalis, VSBB, BVVAG, BVAG mit BS Netz und EN|BS, KWM, SW Thale, SE|BS, MHWA, BFG N, Introtec, Citelum und 50 Prozent RVB (BWB)

2 inkl. OEWA, OEWA Storkow, OEWA Plau,OEWA Wagenfeld, MIDEWA, Infra Service Sachsen- Anhalt GmbH, OTWA, Introtec Schwarza; Ostthüringer Service und Dienstleistungs GmbH; SWG, SWW, BS|ENERGY; SE|BS; BS|Netz, MHWA, AC, VEL, SWS, SWP, Veolia Wasser GmbH

3 nachträglich angepasst durch Festlegung einer einheitlichen Definition/einer einheitlichen Berechnungsbasis
4 einschließlich Aktion „Gemeinsam sind wir Berlin“
* ohne KW Mehrum

Emissionen

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
CO2-Emission direkt (produziert) t 1.015.186 843.910 20%
CO2-Emission indirekt (zugekauft) t 1.501.017 1.188.084 3 26%
CO2-Emission je Produkteinheit g/kWh 537 480 3 12%
CO2-Emission direkt (KFZ) t 4.277 4.070 5%
NOx-Emission je Produkteinheit g/kWh 0,56* 0,58* -4%
Staubemission je Produkteinheit g/kWh 0,01* 0,02* -65%
SO2-Emission je Produkteinheit g/kWh 0,27* 0,30* -12%

Engagement in der Region

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Veolia Stiftung T Euro 341 4 223 8%
Sponsoring T Euro 2.334 2.451 -5%
Wissenschaft und Forschung T Euro 1.824 1.724 6%

Personal

Einheit Veolia Wasser 2010 Veolia Wasser 2009 Änderungen
Beschäftigte inkl. Auszubildende Anz. 2.794 2.699 4%
davon Männer Anz. 1.942 1.895 3%
davon Frauen Anz. 852 804 6%
Auszubildende inkl. Berufsakademie Anz. 203 207 -2%
Altersdurchschnitt Jahre 42,5 42,4 0%
Anteil männliche Führungskräfte (ab Gruppenleiter) an männlichen Beschäftigten % 15,9% 16,4% -3%
Anteil weiblicher Führungskräfte (ab Gruppenleiter) an weiblichen Beschäftigten % 11,6% 11,8% -2%
Anteil der Beschäftigten mit erfolgsabhängigen Lohn-/Gehaltsbestandteilen % 81,4% 78% 3 5%
Einstellungen Anz. 269 251 7%
Austritte und Pensionierungen Anz. 202 219 -8%
davon Mitarbeitermobilität: Wechsel innerhalb Veolia-Unternehmen Anz. 23 28 -18%
Teilnehmer an Schulungen Anz. 2.081 2.031 3%
Weiterbildungsquote % 80% 80% -9%
Ausgaben je Weiterbildung Euro/WB 792 617 28%
Ausgaben Weiterbildung zu Lohn- und Gehaltskosten VJ % 2,9% 3,1% -7%
Teilnehmer an Mitarbeiterbeteiligungsprogramm (Sequoia) Anz. 382 296 29%
Anteil Teilnehmer an Sequoia an zeichnungsberechtigten Beschäftigten % 14,6% 11,5% 27%
Unfälle je 1000 Beschäftigte Anz. 17,5 15,6 3 12%
Krankheitstage ohne Langzeitkranke Anz. 10,3 10,9 -5%
Weiterbildungen je Beschäftigter Anz. 2 3,2 -38%
Anteil Beschäftigte mit Zielvereinbarung % 85,5% 62,7% 36%

1 Ermittelung ab 2008 nach IFRS: incl. OEWA, AWATECH, SWG, SWW, MIDEWA, OTWA, AC, aquassist, Globalis, VSBB, BVVAG, BVAG mit BS Netz und EN|BS, KWM, SW Thale, SE|BS, MHWA, BFG N, Introtec, Citelum und 50 Prozent RVB (BWB)

2 inkl. OEWA, OEWA Storkow, OEWA Plau,OEWA Wagenfeld, MIDEWA, Infra Service Sachsen- Anhalt GmbH, OTWA, Introtec Schwarza; Ostthüringer Service und Dienstleistungs GmbH; SWG, SWW, BS|ENERGY; SE|BS; BS|Netz, MHWA, AC, VEL, SWS, SWP, Veolia Wasser GmbH

3 nachträglich angepasst durch Festlegung einer einheitlichen Definition/einer einheitlichen Berechnungsbasis
4 einschließlich Aktion „Gemeinsam sind wir Berlin“
* ohne KW Mehrum

Veolia Environnement

Nachhaltigkeit ist unser Maßstab – und das weltweit

Klimawandel, demografischer Wandel und sinkende Verfügbarkeit natürlicher Ressourcen– als Weltmarktführer im Bereich Umweltdienstleistungen hat Veolia Environnement den Anspruch, auf diese komplexen Herausforderungen zukunftsweisende Antworten zu finden. Täglich arbeiten rund 317 000 Beschäftigte in 77 Ländern an lokalen Lösungen für diese globalen Probleme, welche die vier Geschäftsbereiche der Unternehmensgruppe berühren: Wassermanagement, Behandlung und Verwertung von Abfällen, Energieeffizienz und Mobilität.

Veolia Environnement bietet seinen Kunden in Kommunen und Industrie individuell zugeschnittene Lösungen an, die wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte gleichermaßen integrieren. Dazu hat Veolia Environnement eine Reihe von Nachhaltigkeitsindikatoren festgelegt, um die Ergebnisse ihrer Tätigkeit in den Bereichen Umwelt, Personalmanagement, nichtfinanzielle Leistungen und nachhaltiger Einkauf zu bewerten. Durch dieses Reporting ist es möglich, mit Zielen und Maßnahmeplänen kontinuierliche Verbesserungen anzustreben und zu kontrollieren. Veolia Environnement konzentriert das Engagement für nachhaltige Entwicklung auf sieben Bereiche:

  • Klimawandel
  • Biodiversität
  • Ressourcenschutz
  • Zugang zu Dienstleistungen der Daseinsvorsorge
  • Gesundheit und Lebensqualität
  • Attraktivität als Arbeitgeber
  • Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz

Zu jeder dieser Herausforderungen wurden Managementansätze und Kennzahlen erarbeitet, um unsere Leistung kontinuierlich zu verbessern und uns auch in den nächsten Jahren daran messen zu lassen.

Veolia Environnement gehört zu den im französischen Leitindex CAC 40 gelisteten Unternehmen und wird regelmäßig von Ratingagenturen bewertet. Dabei werden die Unternehmen entsprechend ihrer Nachhaltigkeitsleistung in spezielle Börsenindizes eingeordnet. In die Bewertung fließen Aspekte wie Governance, Personalpolitik, Umweltleistung, Ethik, Menschenrechte, Beziehungen zu Kunden und Lieferanten und Dialog mit der Zivilgesellschaft ein.

Veolia Environnement hat darüber hinaus Agenturen damit beauftragt, das Nachhaltigkeitsmanagement kontinuierlich zu verbessern. Die Aufnahme in ethisch orientierte Börsenindizes belegt das langfristige Engagement der Gruppe und die Ergebnisse im Bereich nachhaltiger Entwicklung. Seit 2003 erscheint die Gruppe jährlich im britischen Index FTSE4Good, der von den Agenturen Eiris (Großbritannien) und Ethifinance (Frankreich) erstellt wird. Seit 2002 wurde Veolia Environnement jedes Jahr in den Index Ethibel Excellence Europe und Global aufgenommen, der auf der Grundlage von Analysen von Vigeo erstellt wird. 2010 wurde die Gruppe in den Nachhaltigkeitsindex ASPI (Advanced Sustainable Performance Indices) aufgenommen, dem sie bereits von 2004 bis 2008 angehörte. Auch 2010 nahm die deutsche Agentur Oekom Veolia Environnement wieder in die Kategorie „Premium“ auf. Dort werden Unternehmen geführt, die bei der Übernahme sozialer und umweltbezogener Verantwortung in ihrer Branche führend sind. Seit 2004 beauftragt Veolia Environnement darüber hinaus BMJ Ratings mit der Bewertung der gesamten Nachhaltigkeitsleistung. Die Agentur erteilte 2010 die Bewertung AA++, ein Ergebnis, das über dem Branchenniveau lag.

Weitere Informationen zu den von Veolia Environnement definierten Herausforderungen:
www.veolia.com/fr/enjeux

Zur Bewertung der Nachhaltigkeitsleistung von Veolia Environnement:
www.veolia.com/fr/groupe/rse/notation-extra-financiere